Betrieb kaufen
Betrieb kaufen — Ablauf, Due Diligence & Finanzierung
Der durchschnittliche Kaufpreis für einen deutschen Handwerksbetrieb liegt bei 499.000 € (KfW 2025). Doch der Preis ist nur ein Teil der Gleichung: Wer einen Betrieb kauft, navigiert durch Due Diligence, Bankfinanzierung, KfW-Programme und Kaufpreisverhandlung. Werkwert strukturiert den Prozess — vom Target-Screening bis zum SPA.
Kurzantwort
Der Kauf eines Handwerksbetriebs kostet im Durchschnitt 499.000 € und dauert 9 bis 15 Monate. Typische Finanzierungsstruktur: 25–45 % Eigenkapital, 35–50 % Bank, optional KfW-Förderung bis 25 Mio. € und ein Vendor-Loan von 10–30 %. Die Gesamtkosten der Transaktion (Berater, Notar, Due Diligence) betragen 7–12 % des Kaufpreises.
Wie läuft der Kauf eines Handwerksbetriebs ab?
Der Kaufprozess spiegelt den Verkauf — nur aus der anderen Perspektive. Von der Zieldefinition bis zum Closing vergehen typischerweise 9 bis 15 Monate, wobei allein Due Diligence und Finanzierung meist je vier bis acht Wochen brauchen.
- Zieldefinition: Branche, Region, Größe, Budget festlegen
- Target-Screening: passende Betriebe identifizieren
- Erstkontakt & NDA: Gespräch und Vertraulichkeitsvereinbarung
- LOI: Absichtserklärung mit Preisrahmen
- Due Diligence: Prüfung von Finanzen, Recht und Technik
- Finanzierung: Eigenkapital, Bank und KfW strukturieren
- SPA & Closing: Kaufvertrag, Signing, Übergabe
Wie finanziert man einen Unternehmenskauf?
Kaum ein Käufer stemmt den Kaufpreis allein aus Eigenkapital. Üblich ist ein Mix aus mehreren Bausteinen — je höher der Eigenkapitalanteil, desto leichter die Bankzusage. Für MBI und MBO im Handwerk sind KfW-Programme oft der entscheidende Hebel.
- Eigenkapital: typischerweise 25–45 % des Kaufpreises
- Bankdarlehen: 35–50 %, meist besichert
- KfW-Förderung (z. B. Unternehmerkredit): zinsgünstiger Baustein
- Vendor-Loan: 10–30 %, vom Verkäufer gestundet — starkes Vertrauenssignal
Was wird in der Due Diligence geprüft?
Die Due Diligence deckt Risiken auf, bevor der Kaufvertrag unterschrieben wird. Sie kostet bei Handwerksbetrieben je nach Umfang einen niedrigen bis mittleren vierstelligen Betrag und dauert vier bis acht Wochen. Bestimmte Red Flags — etwa ein Betrieb, der ohne den Inhaber nicht funktioniert — können einen Deal ganz stoppen.
- Finanzen: Erträge, bereinigtes EBITDA, Working Capital
- Recht & Steuern: Verträge, Haftung, offene Risiken
- Technik & Anlagen: Zustand von Maschinen und Fuhrpark
- Personal & Kunden: Fachkräfte, Klumpenrisiko im Kundenstamm
Was kostet der Kauf insgesamt?
Neben dem Kaufpreis von durchschnittlich 499.000 € (KfW 2025) fallen Transaktionskosten von rund 7 bis 12 % an — für Berater, Notar, Finanzierung und Due Diligence. Vor dem Gebot lohnt sich immer ein Gegencheck: Passt der geforderte Preis zum branchenüblichen EBITDA-Multiple, oder liegt er darüber? Werkwert plausibilisiert den Kaufpreis kostenlos gegen aktuelle Marktdaten.
Betrieb kaufen: Ablauf & Checkliste
Von der Zieldefinition über Target-Screening, LOI und Due Diligence bis zum Signing — alle Phasen mit Checkliste.
Due Diligence beim Unternehmenskauf
Was wird geprüft, was kostet es, welche Red Flags stoppen einen Deal? DD-Kosten und Checkliste für Handwerksbetriebe.
Finanzierung Unternehmenskauf
Bankkredit, KfW 365/073/058, Vendor-Loan, Mezzanine: Die optimale Kapitalstruktur für MBI/MBO im Handwerk.
Target-Screening
Wie findet man den richtigen Betrieb? Nexxt-change, Off-Market, Cold-Outreach — mit realistischen Conversion-Rates.
Ist der geforderte Kaufpreis fair?
Kaufpreis gegen Branchen-Multiple gegenchecken: Multiple-Plausibilisierung, Red Flags und Substanzwert-Floor.
- Ø Kaufpreis Handwerk: 499.000 € (KfW 2025)
- Gesamtkosten Transaktion: 7–12 % des Kaufpreises
- Werkwert Target-Screening: Warteliste offen